Entschädigung bei Flugverspätung: Vogelschlag meist außergewöhnlicher Umstand

Der EuGH hat am 4.5.2017 entschieden, dass es sich bei einem Vogelschlag grundsätzlich um „außergewöhnliche Umstände“ handelt. Damit haben Passagiere nach einem Vogelschlag i.d.R. keinen Anspruch auf Entschädigung bei Flugverspätung oder Flugausfall.

Nur, wenn die Fluggesellschaft nicht alles Zumutbare unternimmt, um die Verspätung zu vermeiden bzw. einzugrenzen, kann der Passagier eine Entschädigung erhalten. Dazu gehört auch, dass die Fluggesellschaft technisch alles getan hat, um einen Vogelschlag zu vermeiden. Die Entschädigung kann dabei bis zu 600 € pro Passagier betragen. Im konkreten Fall hat der EuGH gerügt, dass die Fluggesellschaft zunächst auf die Freigabe durch einen eigenen Techniker gewartet hat, obwohl ein Techniker des Flughafens das Flugzeug nach dem Vogelschlag bereits wieder freigegeben hatte.

Der Europäische Gerichtshof ist damit im Fall mit dem Aktenzeichen C-315/15 dem Plädoyer des Generalanwalts nur teilweise gefolgt. Dieser war davon ausgegangen, dass ein Vogelschlag zum normalen Risiko einer Fluggesellschaft gehört.

Für einzelne Passagiere dürfte es schwer sein, der Fluggesellschaft nachzuweisen, dass sie nicht alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen hat, um den Vogelschlag zu vermeiden oder die Verspätung zu verkürzen.

Übrigens: Betreuungsleistungen muss die Fluggesellschaft auch bei Vogelschlag erbringen.

Vogelschlag zählt in den meisten Fällen als außergewöhnlicher Umstand

Vogelschlag zählt in den meisten Fällen als außergewöhnlicher Umstand

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